Sicherheitsdienst im Krankenhaus, in Kliniken und Co.

Uniformierter Sicherheitsdienstmitarbeiter im Krankenhaus mit einem Schild auf der Brust und dem Wort 'SECURITY' auf der Mütze.

Schutz für Personal, Patienten und Besucher

Die Gesundheitseinrichtungen in Deutschland stehen vor wachsenden Herausforderungen: aggressives Verhalten von Patienten und Besuchern nimmt zu, Wartesituationen belasten das Klima in Notaufnahmen, und Mitarbeitende werden zunehmend angegriffen. Aktuelle Untersuchungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigen, dass 73 % der Krankenhäuser in den letzten fünf Jahren einen moderaten oder starken Anstieg von Gewaltvorfällen beobachtet haben und nur 4 % einen Rückgang. Gleichzeitig berichten 94 % der Klinikangestellten von verbaler Gewalt und rund 70 % von körperlicher Gewalt. Diese Zahlen zeigen, dass der Einsatz professioneller Sicherheitsdienste wie SecuConCept im Gesundheitswesen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.

Dieser Beitrag beleuchtet die Aufgaben und Konzepte moderner Sicherheitsdienste für Krankenhäuser und Notaufnahmen, stellt regionale Besonderheiten im Regierungsbezirk Köln vor und gibt einen Überblick über die größten Städte der deutschen Bundesländer. Zudem werden wir praxisnahe Empfehlungen für Klinikleitungen, Sicherheitsdienstleister und Beschäftigte vorstellen.

Die Herausforderungen in Krankenhäusern und Notaufnahmen

Zunehmende Gewalt im Gesundheitswesen

Kliniken sind keine hermetisch abgeschlossenen Orte. Sie spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen wider – das gilt auch für aggressive Verhaltensweisen. In einer Umfrage des DKG gaben 80 % der Kliniken an, dass Pflegekräfte besonders betroffen seien; am häufigsten komme es zu Vorfällen in Notaufnahmen. Als Hauptursachen nannten die Befragten mangelnden Respekt gegenüber Klinikmitarbeitenden sowie lange Wartezeiten, die Frustration auslösen.

Eine Untersuchung der Krankenhausgesellschaft Nordrhein‑Westfalen (KGNW) zeigt, dass Gewalt mittlerweile zum Alltag im Krankenhaus gehört und dass rund ein Drittel der Beschäftigten eine hohe oder sehr hohe Belastung durch Gewalt erlebt.

Notaufnahmen als Brennpunkt

Notaufnahmen sind besonders sensibel. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erklärt, dass Menschen in Ausnahmesituationen hier oft gestresst, verängstigt oder unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss sind. Lange Wartezeiten, Personalmangel und unklar strukturierte Abläufe verschärfen die Lage. Die BGW nennt zehn Maßnahmen zur Gewaltprävention in Notaufnahmen, darunter Zugangskontrollen, abgeschirmte Anmeldebereiche, De‑Eskala­tionsschulungen für Personal, Notfallpläne, Koordination mit der Polizei sowie Nachsorge und Dokumentation. Diese Empfehlungen bilden die Basis für professionelle Sicherheitskonzepte.

Sicherheitsdienste: gesetzliche Grundlagen und Aufgaben

Rechtlicher Rahmen

Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland unterliegen dem Bewachungsgewerbe nach §§ 34 a Gewerbeordnung. Mitarbeiter müssen ihre Zuverlässigkeit nachweisen, an Unterrichtungen bzw. Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) teilnehmen und interne Schulungen absolvieren. Für den Einsatz in Gesundheitseinrichtungen sind zusätzliche Kenntnisse erforderlich – etwa Datenschutz, Schweigepflicht, Erste‑Hilfe und De‑Eskala­tionsmanagement.

Viele Krankenhäuser setzen inzwischen spezialisierte Sicherheitsdienste ein. Laut DKG haben 28 % der Kliniken bereits Sicherheitsdienste installiert, um Mitarbeitende zu schützen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept besteht jedoch nicht nur aus Wachpersonal: bauliche Maßnahmen (u. a. Zugangsbeschränkungen, Schleusen, Videoüberwachung) und organisatorische Strukturen (z. B. Meldesysteme und Reporting) sind genauso wichtig.

Aufgaben eines Sicherheitsdienstes im Krankenhaus

Ein professioneller Sicherheitsdienst bietet verschiedene Leistungen:

  • Empfangs- und Zutrittskontrolle: Sicherheitsmitarbeiter prüfen Ausweise, führen Besucherlisten und hindern Unbefugte am Zutritt.
  • Standwachen und Revierdienste: Standwachen an Eingängen oder auf Stationen zeigen präsente, de‑eskalierende Wirkung. Revierdienste kontrollieren sensible Bereiche, prüfen Schließanlagen und melden Unregelmäßigkeiten.
  • Begleit- und Transportdienste: Sicherheitskräfte begleiten Personal bei riskanten Tätigkeiten (z. B. Medikamententransport), eskortieren Patienten oder Besucher und greifen ein, wenn sie bedroht werden.
  • Notfall- und Krisenmanagement: Bei Konflikten oder Bedrohungen schaltet sich der Sicherheitsdienst ein, alarmiert Polizei und Rettungsdienste und koordiniert die Gefahrenabwehr.
  • Videoüberwachung und Berichtswesen: Moderne Sicherheitstechnik erfasst Ereignisse. Sicherheitsmitarbeiter dokumentieren Vorfälle und erstellen Berichte für die Klinikleitung.
  • De‑Eskala­tionsschulungen: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes können interne Schulungen für das Klinikpersonal anbieten, damit dieses Konflikte frühzeitig erkennt und gewaltfrei löst.

Statistiken und Erkenntnisse: Wie groß ist das Problem?

Die Umfrage der DKG verdeutlicht, wie verbreitet Gewalt im Klinikalltag ist. Neben den 73 % der Krankenhäuser, die steigende Vorfälle meldeten, hielten 24 % der Kliniken fest, dass Mitarbeitende aufgrund von Gewalterfahrungen gekündigt haben.

Die KGNW-Studie zeigt, dass fast alle im Krankenhaus Tätigen Gewalt erleben und dass rund 70 % körperlich angegriffen wurden. Die Studie betont, dass Gewaltprävention als Chefsache betrachtet werden muss; Management muss Ressourcen für Sicherheitskonzepte und Schulungen bereitstellen.

Zudem berichtete die Sicherheitsfirma Aquila in einem Fachbeitrag von einer Verdoppelung der Angriffe auf Krankenhauspersonal in Hamburg innerhalb weniger Jahre und nannte lange Wartezeiten sowie gesellschaftliche Entwicklungen als Ursachen. Der Artikel hebt hervor, dass Standwachen, Streifengänge und Begleitdienste wichtige Bausteine eines Sicherheitskonzepts sind.

Notaufnahmen als Brennpunkt: Ursachen und Prävention

Die BGW-Checkliste für Notaufnahmen empfiehlt zehn Maßnahmen, darunter Zugangskontrolle, gesicherte Anmeldung, De‑Eskala­tionsübungen, Notfallpläne, Schutzkleidung, Kooperation mit der Polizei, Rufsysteme, Nachsorge und Dokumentation. Ein gutes Sicherheitskonzept integriert diese Punkte und geht darüber hinaus:

  1. Räumliche Gestaltung und Wegführung: Sichere Wartebereiche, Trennwände und separate Eingänge für aggressive Patienten.
  2. Digitale Wartezeitinformationen: Transparente Anzeige der voraussichtlichen Wartezeit reduziert Frustration.
  3. Sicherheitskultur etablieren: Beschäftigte sollen Vorfälle melden; das Management muss hinter dem Personal stehen und Gewalt nicht tolerieren.
  4. Lageorientierte Einsatzplanung: Sicherheitsdienste sollten Gefahrenzeiten (z. B. Wochenende, spätabends) kennen und präsent sein.
  5. Enger Austausch mit lokalen Polizeibehörden: Regelmäßige Gespräche über Einsatzkonzepte und Nachbetreuung.

Sicherheitsdienste im Regierungsbezirk Köln und in Nordrhein‑Westfalen

Besonderheiten des Regierungsbezirks Köln

Der Regierungsbezirk Köln ist einer von fünf Regierungsbezirken in Nordrhein‑Westfalen (NRW). Er umfasst die kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie die Kreise Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Euskirchen, Düren, Heinsberg und die StädteRegion Aachen. Zusammen leben hier rund 4,7 Millionen Menschen, und es gibt viele Universitätskliniken, Maximalversorger und Fachkliniken.

Besonders Köln als größte Stadt Nordrhein‑Westfalens mit ca. 1,09 Millionen Einwohnern und Bonn (ca. 340 000 Einwohner) zieht viele Patient:innen aus der Region und dem Ausland an. Die große Bevölkerung, internationale Messen, der Flughafen Köln/Bonn und zahlreiche Kulturveranstaltungen führen zu hohem Besucheraufkommen in Kliniken.

Sicherheitsdienste im Regierungsbezirk Köln sollten daher folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Multikulturelle Kompetenz: Mitarbeitende sollten verschiedene Sprachen sprechen und kulturelle Hintergründe verstehen, um Konflikte zu vermeiden.
  • Zusammenarbeit mit Verkehrsknotenpunkten: Flughafen, Bahnhöfe und Messen können bei Großschadensereignissen viele Verletzte bringen. Sicherheitsdienste sollten Notfallpläne mit Einsatzkräften abgleichen.
  • Dezentrale Klinikstrukturen: Neben großen Universitätskliniken gibt es zahlreiche kleinere Krankenhäuser und Reha‑Einrichtungen. Sicherheitskonzepte müssen auf die jeweilige Einrichtung angepasst werden.
  • Regionale Netzwerke: Kooperationen mit Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und privaten Sicherheitsunternehmen sind wichtig. Ein gemeinsamer Runder Tisch kann Risiken identifizieren und Maßnahmen koordinieren.

Sicherheitsdienste in Nordrhein‑Westfalen

NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland. Die fünf größten Städte sind Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Duisburg, wie die Liste der größten Städte zeigt. In diesen Zentren befinden sich die meisten Krankenhäuser und Notaufnahmen. Sicherheitsdienste stehen vor folgenden Herausforderungen:

  • Ballungsraum Ruhrgebiet: Viele Kliniken liegen dicht beieinander, weshalb Sicherheitsdienste schnell zwischen Standorten wechseln müssen.
  • Vielfältige Trägerstruktur: Neben kommunalen Kliniken gibt es kirchliche und private Kliniken. Sicherheitsdienste müssen auf unterschiedliche Regelungen achten.
  • Großveranstaltungen: Bundesliga-Spiele in Dortmund und Gelsenkirchen, Karneval in Köln und Düsseldorf, Konzerte oder Messen führen zu erhöhtem Besucheraufkommen und können Notaufnahmen stark belasten.

Empfehlung: Krankenhäuser in NRW sollten Sicherheitsdienstleister auswählen, die Erfahrungen mit Großveranstaltungen und vielsprachigen Besuchergruppen haben und die regionale Polizeistruktur kennen.

Dienstleistungen und Best Practices für Sicherheitsdienste im Gesundheitswesen

1. Analyse und Konzepterstellung

Eine effiziente Sicherheitsstrategie beginnt mit einer Risikoanalyse: Welche Stationen sind besonders gefährdet? Wo gibt es Engpässe? Wie ist der bauliche Zustand? Sicherheitsdienstleister sollten gemeinsam mit der Klinikleitung Sicherheitszonen festlegen, Evakuierungswege prüfen und einen Notfallplan erstellen.

2. Schulungen und Qualifizierung

Neben der Grundqualifikation nach §34a GewO sind spezielle Schulungen erforderlich:

  • De‑Eskala­tions- und Konfliktmanagement: Erkennen von Warnsignalen, Stressbewältigung, Kommunikationstechniken.
  • Erste Hilfe und Reanimation: Sicherheitsmitarbeiter können im Notfall medizinisch unterstützen.
  • Brandschutz und Evakuierung: Umgang mit Brandmeldeanlagen, Evakuierungsanweisungen.
  • Datenschutz und Schweigepflicht: Sensibilisierung für den Umgang mit Patientendaten.

3. Technische Sicherheitsausstattung

  • Zutrittskontrollsysteme mit elektronischen Ausweisen und Schleusen reduzieren unkontrollierte Besucherströme.
  • Videoüberwachung an Eingängen, Gängen und Parkplätzen dient der Abschreckung und Beweissicherung.
  • Alarmknöpfe oder Funkrufsysteme ermöglichen es dem Personal, schnell Hilfe zu rufen.
  • Schutzscheiben an Empfangstheken verhindern unmittelbare physische Angriffe.

4. Zusammenarbeit mit internen Diensten und externer Polizei

Sicherheitsdienstleister arbeiten eng mit der Klinikverwaltung, dem betriebsinternen Brandschutz und dem technischen Dienst zusammen. Regelmäßige Abstimmung mit der Polizei ist unerlässlich. Viele Kliniken führen interne Runden, bei denen Vorfälle ausgewertet und präventive Maßnahmen beschlossen werden.

5. Nachsorge und Psychologische Betreuung

Nach Gewalterlebnissen brauchen Mitarbeiter oftmals Unterstützung. Sicherheitsunternehmen sollten ein Angebot für Debriefing und gegebenenfalls psychologische Betreuung bieten.

Fazit: Sicherheit ist Teil der Versorgung

Gewalt im Gesundheitswesen ist ein ernstes Problem. Die Kombination aus Fachpersonal, baulichen Anpassungen, De‑Eskala­tionskonzepten und einer professionellen Sicherheitsdienstleistung bietet die besten Chancen, Personal und Patienten zu schützen. Statistiken wie der DKG‑Report und die KGNW‑Studie machen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht und dass Sicherheit zur Chefsache werden muss.

Insbesondere im Regierungsbezirk Köln und in Nordrhein‑Westfalen wirken hohe Bevölkerungsdichte, zahlreiche Großveranstaltungen und internationale Besucherströme auf die Kliniken ein. Hier sind Sicherheitsdienste mit regionaler Erfahrung gefragt, die Kooperationen mit Polizei und Ordnungsamt pflegen, multikulturelle Teams einsetzen und bei Bedarf kurzfristig Ressourcen aufstocken können.

Durch konsequente Sicherheitskonzepte, Fortbildungen und die Integration technischer Lösungen können Krankenhäuser zu sicheren Orten werden, an denen sich Personal und Patienten geschützt fühlen. Sicherheit ist ein Teil des Gesundungsprozesses und darf nicht vernachlässigt werden.




Key Takeaways

  • Die Gewalt im Gesundheitswesen nimmt zu, wobei 73% der Krankenhäuser in den letzten fünf Jahren einen Anstieg von Gewaltvorfällen feststellen.
  • Sicherheitsdienste sind für den Schutz von Klinikmitarbeitenden und die Gewährleistung einer sicheren Umgebung notwendig.
  • Moderne Sicherheitskonzepte beinhalten Empfangs- und Zutrittskontrollen, Notfallmanagement, und Deeskalationstraining.
  • Im Regierungsbezirk Köln müssen Sicherheitsdienste multikulturelle Kompetenzen und regionale Kooperationen berücksichtigen.
  • Die Sicherheitsstrategie sollte auf Risikoanalysen, Schulungen und transparente Kommunikation basieren.